Der Weg zur Wiederaufnahme in die katholische Kirche

Jedes Jahr finden in unserer Pfarrei Menschen den Weg zurück in die Kirche. Jede bzw. jeder Ausgetretene hat grundsätzlich das Recht auf diesen Wiedereintritt. Die Regeln für die Wiederaufnahme geben für das Verfahren eine klare Struktur vor.

Der Weg geht in der Regel über den Pfarrer, zu dem der oder die Wiedereintrittswillige Kontakt in einem ersten Gespräch sucht. Dieses Erstgespräch kann aber auch mit jedem anderen Priester, Diakon oder pastoralen Mitarbeiter bzw. jeder pastoralen Mitarbeiterin geführt werden. Inhalte sind die Frage nach dem Grund des einstigen Austritts wie die Beweggründe für den Weg zurück in die Kirche. Es handelt sich dabei also um ein Glaubensgespräch mit einem Seelsorger oder Seelsorgerin, bei dem die Gesprächspartner beidseitig bestimmen können, in welche Tiefe sie vordringen wollen.

Im Anschluss an das Gespräch wird ein Formular mit Angaben zur Person, zum Motiv des Glaubensgespräches und der Begründung des Wiedereintritts ausgefüllt. In diesem Zusammenhang muss auch geklärt werden, ob eine eventuell zwischenzeitliche Hochzeit kirchenrechtlich gültig ist oder ob die kirchliche Trauung noch nachgeholt werden muss. Denn erst dann darf der Wiedereingetretene wieder am sakramentalen Leben teilnehmen, insbesondere die Eucharistie empfangen. Dieser Antrag geht an das Bischöfliche Ordinariat in Limburg, wo die Daten überprüft werden. Die Genehmigung erfolgt in der Regel durch den Generalvikar.

Nach der Rückmeldung vom Bischöflichen Ordinariat findet ein erneutes Treffen mit dem oder der Wiedereintrittswilligen statt. Bei diesem Treffen wird der Wiedereintritt offiziell besiegelt. Während dieser Zeremonie erklärt der Wiedereintrittswillige noch einmal, dass er seinen ehemaligen Austritt bereut und wieder in der katholischen Kirche leben möchte. In welchem Rahmen eine solche Zeremonie stattfindet, bleibt der Entscheidung der handelnden Personen überlassen. Eine Feier im Rahmen eines Gottesdienstes ist ebenso möglich, wie ein Treffen im kleinen Rahmen. Der Pfarrer erteilt dem oder der Wiederaufzunehmenden dabei die Absolution von der Exkommunikation.

Im Anschluss wird die Wiederaufnahme verschiedenen Stellen gemeldet. Neben dem Taufpfarramt, dem Wohnsitzpfarramt, dem Einwohnermeldeamt und dem Finanzamt ist das gegebenenfalls das Standesamt.